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Künstler: Lacrimas profundere

Album: Filthy notes for frozen hearts

Erscheinungsjahr: 2006

Anspieltipp: Filthy notes

Autor: Markus

Bereits das in melancholischen Farbtönen gehaltene Coverartwork sowie der Albumtitel der nunmehr siebten Lacrimas profundere Studioveröffentlichung erleichtern die Kategorisierung der auf „Filthy notes for frozen hearts“ dargebotenen Musik ungemein. Offensichtlich fühlt sich die Band im derzeit stark überbevölkerten Gothic Metal Genre heimisch und versucht -  letztlich erfolglos- am Thron der Szenekonkurrenz zu wackeln.

Natürlich ist diese nahe liegende Einschätzung des potentiellen Zuhörers nicht grundlegend abwegig. Trotzdem wäre es etwas zu einfach, den neuesten Output der deutschen Formation lediglich als einen weiteren glücklosen Versuch zu werten, dem in die Jahre gekommenen Genre endlich frische Impulse zu verleihen. Lacrimas profundere erfinden das Rad zwar nicht neu, können aber im Gegenzug durch hervorragendes Songwriting auf sich aufmerksam machen. In der Tat lassen sich spielend leicht musikalische Referenzen für die auf „Filthy notes for frozen hearts“ offerierte Klangkunst finden. Frontmann und Sänger Christopher Schmid erinnert nicht selten an Type O Negative Mastermind Peter Steele, die beinahe poppigen Songstrukturen könnten auch von „seiner infernalischen Majestät“ stammen und die pompös in Szene gesetzten Refrains ähneln den Großtaten auf dem letzten End of green Output. Trotz diesem Mangel an Eigenständigkeit reißt das neue Album der deutschen Formation von der ersten bis zur letzten Sekunde mit und wird mit Sicherheit ein dickes Ausrufezeichen in der Gothic Metal Szene setzen können.

Großen Anteil an der außerordentlichen Qualität der neuesten Lacrimas profundere Langrille hat die hervorragend abgestimmte Produktion von John Fryer, der zum Glück darauf verzichtet hat, besagten Silberling mit billigen Synthesizereffekten zu überfrachten. Stattdessen wurden die insgesamt 12 Kompositionen in ein bodenständiges Klangkorsett gekleidet, was vor allem der rockigen Seite der Band enorm zu Gute kommt. Dies äußert sich in phantastischen Songs wie dem energischen „Again it’s over“ oder dem tollen Gassenhauer und beinahe Titeltrack „Filthy notes“, in welchen der Gitarrenfraktion eine äußerst dominante Rolle eingeräumt wird. Neben den vielen rockig daherkommenden Stücken gibt es allerdings auch balladesken Material zu hören („Short glance“, „Mescaline“). Mit „Sad theme for a marriage“ befindet sich sogar zum ersten Mal in der Bandgeschichte eine reine Akustiknummer auf der knapp 45minütigen Platte. Lacrimas profundere haben ihre musikalische Bandbreite hörbar erweitert und ein abwechslungsreiches Album geschaffen, dass wenig bis gar keine Langeweile aufkommen lässt. Krankte der gutklassige Vorgänger „Ave end“ noch etwas an musikalischer Eintönigkeit, so kann angesichts des neuesten Veröffentlichung des deutschen Gothic Metal Aushängeschildes hiervon keine Rede mehr sein.

Wie schon eingangs aufgezeigt, werden Lacrimas profundere mit „Filthy notes for frozen hearts“ keinen Innovationspreis gewinnen. Wer jedoch auf handwerklich gut gemachten Gothic Metal mit ohrwurmartigen Refrains und treibenden Gitarren steht, kann mit dem Erwerb dieses mit Hitkompositionen gespickten Albums absolut nichts falsch machen. Ob sich der von der Formation lang erwartete internationale Durchbruch  in absehbarer Zeit einstellen wird, wage ich hingegen nicht zu prophezeien. Zu gönnen wäre es der Band aber in jedem Fall.

 

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